Jacques Callot

1592 – Nancy – 1635

Galerie

Le Martyr de St. Sébastien. Martyrium des heiligen Sebastian.

Radierung, auf Bütten mit Wasserzeichen: Nebenmarke: B C (zwischen den Buchstaben ein Herz). 16:32,7 cm.

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Biographie

Französischer Zeichner, Graphiker, Kupferstecher und Radierer

Callot machte in Nancy eine Goldschmiedlehre, ging aber schon bald nach Rom, wo er sich 1608 von Philippe Thomassin (1562-1622) zum Kupferstecher ausbilden ließ. Um 1612 arbeitete er in Florenz bei Antonio Tempestas (1555-1630) und 1621 kehrte er wieder nach Frankreich zurück.

Callot hat durch seine Arbeiten die Kunst der Radierung zu einer eigenen, selbständigen Gattung erhoben. Er wurde hauptsächlich bekannt durch seine Darstellungen aus dem Volksleben, den Schilderungen der Gräuel des Dreißigjährigen Krieges sowie durch seine prachtvollen Ansichten.

„Callots Hauptehrentitel ist, dass er die Radierung zu einer selbständigen Kunst erhoben hat. Bislang war sie eigentlich nur als der schneller arbeitende Ersatz für den Linienstrich gepflegt worden.

Gab es wohl auch hie und da Ausnahmen, so ist es doch zuerst Callot, der sein ganzes Lebenswerk der Radierung widmet und somit ihren Anspruch auf die Ehren einer hohen, selbständigen Kunst rechtfertigt. Er hat ihr auch als erster ein spezifisches Gepräge verliehen durch den Ausbau der Kunst des „Deckens“, die es bekanntermaßen ermöglicht, in unvergleichlicher Weise die Luftperspektive zu beherrschen.

Hier ist er nicht nur der Erfinder, wenn man sich so ausdrücken darf, gewesen, sondern auch unübertroffen geblieben, wie viele seiner Ansichten und Landschaften, vor allem sein berühmter ‚Pont neuf’, bezeugen.

Sodann ist von Wichtigkeit, dass Callot der erste große ‚schöpferische’ Künstler ist, der sich damit bescheidet, lediglich Graphiker zu sein.“ (Zit. aus: Thieme-Becker, Bd. V, S. 407).